Wie wirkt sich Meditation auf Geist, Seele und Körper aus?

 

Fakten zur Meditation - was die Wissenschaftler bisher herausfanden
  • Während der Meditation sind im Gehirn vermehrt so genannte Theta-Wellen nachweisbar. Dazu muss man wissen, dass im menschlichen Gehirn ein minimaler Strom fließt. Vier unterschiedliche Typen von Gehirnwellen sind messbar: Beta-, Alpha-, Theta- und Delta-Wellen. Jede Welle hat ihre eigene Bedeutung: Theta-Wellen sind besonders langsam und kraftvoll, sie gelten als Ressour­cen für Kreativität. Normalerweise treten sie nur im Dämmerzustand oder beim Träumen auf- und
    eben während der Meditation.
  • Offenbar werden bei der Meditation einige Gehirnanteile verstärkt durchblutet und aktiviert. Spannend sind hierzu die Untersuchungsergebnisse an Meditierenden unterschiedlicher Glaubensrichtungen: Franziska­ner-Nonnen und Menschen mit tibetanisch-buddhistischem Hintergrund ließen vor und nach der Meditation ihre regionale Hirndurchblutung messen. In beiden Gruppen zeigten sich die gleichen charakteristischen Veränderungen!
  • Meditation sorgt sogar für eine Art Gehirntraining, indem das meditierende Gehirn neue Synapsen ausbildet, neue Kontaktstellen zwischen Nerven­zellen also. Auf diese Weise könnte es sogar möglich sein, den im Alter typischen Abbau der Hirnmasse zu bremsen! Besonders der so genannte präfrontale Kortex, der für unsere analytischen Fähigkeiten und unsere Persönlichkeit verantwort­lich gemacht wird, nimmt durch Meditation an Masse zu. Üblicher­weise verdünnt sich der frontale Kortex mit zunehmendem Alter.
  • Wer meditiert, spürt Schmerzen offenbar weniger stark. Die Reaktion des Gehirns auf Schmerzreize wird tatsächlich gesenkt, da die Schmerzzentren im Gehirn deaktiviert werden. Auch dieser Effekt hält nach der Meditationssitzung noch eine Zeitlang an. Er konnte nicht nur bei Meditationsprofis nach­gewiesen werden, die seit
    über 30 Jahren geübt sind. Auch bei Probanden, die erst seit fünf Monaten meditierten, zeigte sich der schmerz­reduzierende Effekt.
  Biozeitschrift 4/07

 

Körperliche Auswirkungen

In der Meditation kommt es wie bei den meisten Entspannungsmethoden
zu einer Senkung der Anspannung und zu einer Erhöhung der Belastbarkeit,
dadurch können Beschwerden wie z.B. Spannungskopfschmerz, Migräne,
und Kreislauferkrankungen direkt behandelt und abgebaut werden.

Während der Entspannungsphase erweitern sich die Blutgefäße in der Muskulatur
des Körpers. Durch diese Wirkung der Meditation können Durchblutungsstörungen
in den Extremitäten entgegengewirkt werden. Es entsteht hier meist ein angenehmes
Wärmegefühl. Dieser Wärmeausgleich im Körper beugt wetterbedingten Erkrankungen
wie Erkältungen und grippalen Infekten vor.
Die entspannende Wirkung der Meditation vermag Stresshormone wie Adrenalin,
Noradrenalin und Cortisol im Körper abzubauen und weitere Ausschüttung zu verhindern.
Gleichzeitig werden durch die positive Erfahrung der Meditation die Ausschüttung von
Endorphinen im Gehirn angeregt, die sog. Glückshormone. Dieser Prozeß hilft wiederum
die körpereigene Immunabwehr zu stärken.

Seelische Auswirkungen

Erkrankungen wie Depressionen, Ängste, Phobien, Erschöpfungszustände, Burnout,
neurotische Störungen, Stress und innere Unruhe können alle durch ein Ungleichgewicht
von Hormonen charakterisiert werden. Durch die ausgleichende, zur Ruhe führende
Wirkung der Meditation werden auch die körpereigenen Hormone zur Harmonisierung gebracht.
Durch regelmäßige Meditation stellt sich wieder ein Urvertrauen ins Leben ein, eine positive
Weltsicht, Ruhe, Gelassenheit, Freude am Schönen und Erlangung der Fähigkeit, in
vollem Umfang die täglichen Dinge des Lebens genießen zu können.

Geistige Auswirkungen

Die auffälligste Wirkung ist die Zunahme der Fähigkeit zur Konzentration.
Dies führt mit der Zeit zu einer inneren Sammlung und Ausrichtung auf das
Wesentliche im Leben.
Die Erweiterung des Bewusstseins wird dadurch möglich. Wir kommen immer mehr in
den Kontakt unseres inneren Selbst und haben wir das erst erkannt, so bleibt kaum noch
Raum für krankmachende Störungen.

„Tief in uns sprudelt eine Quelle unendlicher Kraft, die nur darauf wartet dem Alltag
wahres Leben einzuhauchen.“

Meditation ist wie ein Gebet.

Als mein Gebet immer andächtiger wurde und innerlicher,
da hatte ich immer weniger und weniger zusagen.
Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde ein Hörer.
Zunächst meinte ich, Beten sei Reden.
Ich lerne aber, dass Beten nicht nur schweigen ist. sondern auch Hören.
So ist es: beten heißt nicht, sich selbst reden hören,
beten heißt, still werden und still sein, sich hingeben und warten,
bis der Betende „GOTT“ hört.
(Sören Kierkegaard)